Baikal
Im Sommer 2004 waren wir in Irkutsk und am Baikal zu Gast. Das "Heilige Meer" – so nennen die Sibirier ihren Baikal-See. Das weltgrößte Süßwasserreservoir ist ein Sinnbild für Russlands faszinierende Natur und schier endlose Weite. Seine Ufer sind zur Hälfte fast menschenleeres und wegeloses Naturschutzgebiet. Der Baikal ist glasklar und hat fast überall perfekte Trinkwasserqualität. Das in der Gegend angebotene Mineralwasser wird aus ca. 100 m Tiefe direkt aus dem Baikal genommen.
Fünf Tage unserer Reise waren wir auf der Insel Olchon bei Nikita und seinem (medien-)bekannten Bretterdorf - haben uns dort aber pudelwohl gefühlt, wenn nur das Wetter etwas besser gewesen wäre...Vor 10 Jahren hat Nikita noch in der Schule gearbeitet und von zeit zu zeit Touristen in seinem Haus aufgenommen. Seine freundliche und interessierte Art sprachen sich herum und die meisten Touristen wunderten sich, warum Nikita eigentlich kein Geld verlangt. Irgendwann hat er es dann doch getan, dem Touristenstrom tat es keinen Abbruch und seit einigen Jahren "brummt" das Geschäft. Seitdem erweitert Nikita sein kleines Reich massiv, baut neue Hütten, bietet selbst Touren an und organisiert Autos, Busse oder auch Boote. Seine freundliche und interessierte Art ist aber geblieben und jedes Jahr fügt Nikita einige schöne, gemütliche Details hinzu.
Die alte Transsib
Die Rundbaikalische Eisenbahn wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem Befehl vom Zaren Alexander III. gebaut. Sie sollte die zwei vom Baikal getrennten Teile der Transsibirischen Eisenbahn verbinden. Wegen der schwersten Baubedingungen wurde die Strecke zwischen Port Baikal und Sludjanka zur teuersten der ganzen Transsib.
So wurde diese Strecke "Die goldene Schnalle am Stahlguertel Russlands" genannt. Aber bereits 50 Jahre spaeter wurde wegen des Baus des Irkutsker Wasserkraftwerkes zwischen Irkutsk und Sljudjanka eine andere Eisenbahn gelegt. Die Strecke zwischen Irkutsk und Port Baikal ist im Wasser des Stausees untergegangen.
Heutzutage gibt es dreimal pro Woche eine Zugverbindung Port Baikal-Sludjanka, die zur Nahrungsmittelversorgung der wenigen kleinen Doerfer dient, die Anfang des letzten Jahrhunderts entstanden sind.
Wir haben einen Touristenzug genutzt, der bis Sludjanka fuhr und uns den Baikal aus einer ganz anderen Perspektive näher gebracht hat. Während am Morgen noch alles trüb war, wurden wir im Lauf des Tages mit herrlichem Sonnenschein und traumhaftem Fotografierwetter belohnt.
Vorland des Sajan
Biegt man von der M55 hinter Kultuk am Südufer des Baikals in das Tunginskij-Tal im Sajan-Gebirge ein, führt die Straße entlang des Flusses Irkut bis in das Dorf Arschan. Der Ort ist für sein schwefelhaltiges, angeblich heilendes Wasser berühmt. Die Gemütlichkeit und Gelassenheit eines Kurortes vor monumentaler Bergkulisse gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen unserer Reise.
Das Sajan-Gebirge liegt zwischen dem Altai-Gebirge im Westen und dem Pribaikalgebiet im Osten. Süd-östlich des Sajans liegt durch den Tunka-Grabenbruch getrennt, eines der Gebirgszüge der Transbaikal-Region, das Khamar-Daban-Gebirge.