Also wennschon eine spektakuläre Tour geplant wird, dann sollte man tatsächlich auch versuchen, alles `reinzupacken, was in sechs Wochen machbar ist - so jedenfalls unsere Planung. Und schon begannen erste kleinere Probleme:
Es ist nämlich nahezu aussichtslos, eine gute und zusammenhängende Karte oder einen Atlas von Gesamtrussland zu bekommen. Alle Versuche, bei diversen Buchhändlern oder Online-Shops etwas zu erwerben, dass den üblichen (was immer das sein mag) Anforderungen entspricht, schlugen fehl. Das betrifft dabei selbstverständlich auch die bekannten Geografieverlage, die ja lt. Eigenwerbung immer und alles im Angebot haben.
Wir haben uns dann schließlich für einen Autoatlas entschieden, den wir im Haus des internationalen Buches in Moskau für bald 1000 Rubel gekauft haben. Allerdings zeigte sich bei genauerem Hinsehen, dass da wohl ein halbes Dutzend Atlanten zu einem neuen Großatlas zusammengebunden wurden. Aber: besser als gar nichts. Hätten wir gewusst, dass es dieses über 2 kg schwere Monstrum auch bequem über diverse online shops gibt, hätten wir uns diese Aufwand allerdings sparen können....
Unsere Route war zunächst indikativ und diente uns auch zunächst nur als eine grobe Orientierung. Denn es gab doch unterwegs eine menge Dinge, die uns mehr oder weniger große "Abstecher" machen ließen. Aber so sah zunächst unsere Planung aus:
- Zunächst fahern wir mit der Fähre bzw. einem Frachtschiff, das regelmäßig zwischen Lübeck und St. Petersburg pendelt. Wir steigen mit unserem Wohnmobil in Saßnitz zu.
- Zwei Tage später erreichen wir St. Petersburg, werden die Zollformalitäten und die Anmeldung erledigen, um dann ohne weiteren Aufenthalt weiterzufahren. Einen ausführlichen St. Petersburg Besuch haben wir uns für später aufgehoben.
- Moskau wollen wir weiträumig umfahren, schon wegen der Staugefahren und der Tatsache, dass man die diversen Autobahnringe (MKAD) besser vom Beifahrersitz aus erlebt. Fahrt auf der M 18 und weiter auf der A 114 bis Wologda, dann weiter auf der M 8 bis Jaroslawl und Kostroma.
- Auf der A 113 bis Iwanowo und dann auf der M 7 bis Nishnij Nowgorod - Mütterchen Wolga Guten Tag wünschen - und weiter nach Kasan.
- Anschließend via M 7 bis Ufa und Tscheljabinsk, um dann über die M 36 nach Kasachstan bei Troizk einzureisen.
- Auf der E 123 wollen wir über Kostanai und später mit der E 016 bis Astana und Pawlodar.
- Im Altaivorland und der Gegend um Ridder wollen wir uns etwas erholen.
- Später erfolgt die Ausreise zurück nach Russland bei Semipalatinsk/Rubzowsk und wir fahren in RUS auf der A 349 nach Barnaul
- Auch hier lockt der Altai mit diversen Erholungsangeboten am Fluss Katyn und am See Teletskoje.
- Wir setzen die Reise fort über die M 52 nach Nowosibirsk und machen einen "Abstecher" nach Tomsk auf der M 53.
- Die M 53 verlassen wir bis Irkutsk über Krasnojarsk und Taischet nicht mehr - fahren dann allerdings auf der M 55 nach Ulan Ude und bis Tschita.
- Und hier enden zunächst fast alle uns zugänglichen Karten und Atlanten. Wir wissen, es gibt sie, die Transpazifika, aber sie ist noch in keiner gedruckten Karte eingezeichnet und die Google Earth Aufnahmen sind eben auch nicht mehr ganz taufrisch... Aber auf JANDEX gibt es wenigstens eine vorläufige Karte.
- Irgendwann werden wir sicher in Blagoveschtschensk ankommen und weiter nach Chabarowsk fahren, um dann schließlich über die M 60 nach Wladiwostok zu gelangen.
- In Wladiwostok verstauen wir das WoMo in einem Container, hoffen, dass es gut ankommt und fliegen selbst über Moskau zurück nach Deutschland.
Exkurs Kasachstan
Obwohl die Reise unter der großen Überschrift stand: Chemnitz - Wladiwostok, wollten wir nicht durchgängig in Russland bleiben, sondern einen Umweg über Kasachstan nehmen. Das Land ist allemal eine Reise wert, bietet wunderbare Landschaften voller Gegensätze, Seen und das Kaspische Meer aber auch Gebirge, wie den Tien Shan oder den Altai.
Da wir für unseren Trip nur insgesamt 6 Wochen geplant hatten, kann unser Umweg nach Kasachstan bestenfalls einige wenige Tage dauern. Vorgenommen hatten wir uns, durch die "Hungersteppe" zu fahren, den Altai zu besuchen und über Semipalatinsk wieder auszureisen. Schade, dass der Grenzübergang bei Ridder (früher Leninogorsk) nur für Russen und Kasachen im kleinen Grenzverkehr geöffnet ist, denn das wäre eine prima Abkürzung auf dem Weg in den Altaiski Krai gewesen.

