Einreise
Viele Russlandfahrer, mit denen wir uns im Vorfeld unterhalten haben, warnten uns vor dem Transit mit dem Auto durch Polen und insbesondere Weißrussland. Nun glauben wir zwar nicht jedem Gerücht, aber irgendwie machte uns dann doch die Massiertheit der Warnungen stutzig. Also haben wir uns entschlossen, die Reise ganz relaxt anzugehen und zumindest bis St. Petersburg die Fähre zu benutzen. Der Begriff "Fähre" ist vielleicht etwas irreführend. So wirbt Finnlines selbst:
Fahren Sie als Passagier mit der MS Translubeca nach St. Petersburg!
Mit unsere Frachtfähre Translubeca haben Sie die Möglichkeit als Passagier mitzufahren. Eine Luxus-Kreuzfahrt können wir Ihnen nicht bieten, dafür Seemannsalltag pur! Schauen Sie den Seeleuten einfach über die Schulter.
Alle Kabinen sind geräumige Aussenkabinen (Kabinen der A-Kategorie sind 24 qm gross, die der B-Kategorie 20 qm) und sind mit eigener Dusche/WC, Telefon, Radio und TV ausgestattet.
Aus- und Rückreise
Wenn wir mit unserem Wohnmobil in Vladivostok ankommen und danach wieder zurück fahren würden, wäre das die wahrscheinlich einfachste Variante - wenn da nicht der damit verbundene Zeitaufwand wäre. Immerhin haben wir 6 Wochen geplant für die West-Ost-Strecke; wenn man rückzu "durchfahren" würde, kämen bestimmt noch einmal locker 4 Wochen dazu.
Also haben wir nach einer anderen Lösung gesucht, nämlich unser Wohnmobil per Container zurück nach Deutschland schicken zu lassen, während wir fliegen. Was so einfach klingt, war tatsächlich viel komplizierter zu organisieren, als gedacht. Alle angefragten international tätigen Speditionen haben erst einmal bestätigt, dass sie völlig problemlos Container aus Russland nach Deutschland transportieren. Allerdings aus dem asiatischen Teil wohl eher nicht - und für den Transport von Vladivostok haben wir schlichtweg niemanden gefunden. Hinzu kommt auch noch, dass wir das normale Containermaß in der Höhe überschreiten und aus diesem Grund einen High Cube Container brauchen. Die Alternative wäre ein offener Container, bei dem das Wasser schnell oben reinschwappt und langsam unten wieder abläuft, was ja aber für das WoMo nur bedingt gut sein kann...
Zum Glück und zur Information gibt es das WWW, das uns auch in diesem Fall geholfen hat. Im Forum http://www.aktuell.ru/forum/ bekamen wir den Hinweis, dass ein deutscher Journalist, Thomas Junker, schon einmal sein Auto von VVO aus nach Deutschland verschickt hat. Thomas weilte zwar gerade zu einer neuen Reportage für den mdr in Südamerika, gab mir aber ziemlich schnell und völlig unkompliziert die Kontaktdaten der von ihm weiter empfohlenen Spedition Vladivostokvneshtrans Forwarding Co. Ltd. Die Vorschußlorbeeren waren gerechtfertigt und esnhat bei uns alles ebenso problemlos klappt, wie bei Thomas.

